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Man hört immer von der Dojo Etikette. Warum gibt es denn extra Verhaltensregeln? Schließlich geht es nur um Sport!

Shotokan Karate hat, verbandsabhängig, mehr oder weniger starken Bezug zu traditionellen Werten und Regeln. Die sind natürlich japanischen Ursprungs und “fehlen” der Mitteleuropäer*in. Daher werden die sonst für uns selbstverständlichen “Umgangsformen” um weitere ergänzt, die dem Charakter des traditionellen Shotokan Karate entsprechen. Sie bilden eine Art von Rahmenbedingungen um Training und “Vereinsleben” und bilden ein “theoretisches Rückgrat” zu gegenseitigem Respekt im Karate.

Im Dojo haben sie durchaus auch einen praktischen Nutzen, ermöglichen sie doch ein geregeltes, geordnetes und konzentriertes Training.

Zur Dojo Etikette gehören z.B.:

  • der richtige Gruß zum korrekten Zeitpunkt im stehen oder knien
  • der richtige Umgang miteinander (Geduld, Respekt, Wertschätzung)
  • währen des Trainings nicht miteinander zu sprechen
  • nicht ungefragt aus “der Reihe zu tanzen” oder sich einfach dazu stellen (z. B. bei Verspätung)
  • das Dojo während des Trainings nur nach Rückfrage verlassen
  • das zu üben, was Trainer*innen vorgegeben haben, nicht das was einem grade gefällt
  • etc.

Die Dojo Etikette ist stark mit der Philosophie und den ethischen Werten des Shotokan Karate verbunden und verdient daher besondere Beachtung. “Ich bin nicht hier um Euch zu trainieren, Ihr seid hier, weil Ihr bei mir lernen dürft.” Das habe ich in den vergangenen Jahren oft gehört (verstanden und akzeptiert) und die Dojo Etikette ermöglicht den “Trainer*innen” ihre Kenntnisse ungestört weiter zu geben, Respekt und Beachtung der Regeln sind ein kleines Dankeschön für die Zeit die sich ein*e Meister*in oder ein*e Trainer*in ganz persönlich für Dich nimmt. Außerdem können so auch die anderen Schüler*innen dem “Unterricht” konzentriert folgen und die Atmosphäre im Karate Dojo wird nicht gestört.

In einem guten Dojo spürt man neben der eigenen Kraft und Energie ein wenig Spiritualität und Mystik, das erfordert kleine Rituale und definierte Verhaltensweisen.

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