Karate Kata

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Karate Kata ist ein imaginärer Kampf

Wobei der Kampf nur zur Hälfte Einbildung ist, denn der Karateka, der eine Kata ausführt, bewegt sich für gewöhnlich dabei. Was er sich dabei vorstellt, oder vorstellen sollte, ist der eine, oder sind mehrere Gegner. In diesem Bewusstsein soll er den Vorgang eines Kampfes durchspielen während er sich bewegt. Der Bewegungsablauf ist dabei vorgegeben. Die Verinnerlichung der Kata soll zu einer Konditionierung der Bewegungsabfolgen dienen, um diese Muster später, in einer körperlichen Auseinandersetzung, intuitiv abzurufen. Damit das gelingt, braucht es unzählige Wiederholungen und weitere Methoden des Kata Trainings.

Kata – gut gedacht, ist halb gemacht

Dem Hirn ist es zur Konditionierung angeblich erst einmal egal, ob Du Dir eine Sache nur vorstellst, oder sie tatsächlich tust. Und hier setzt die Kata in allen ihren Elementen an. Es gilt in Verbindung mit Bunkai, Kihon und Kumite ein tieferes Verständnis der Technik über die Kata zu entwickeln und sich eine Vorstellung, ein klares Bild zur entsprechenden Kampfsituation zu bilden. Man überlegt also bei jeder einzelnen Technik der Kata genau, was der Angreifer tut und wie die gerade ausgeführte Technik darauf wirkt.
Training für die grauen Zellen
Nebenbei trainiert der Karateka zahlreiche Fähigkeiten, von abstraktem Denken, über räumliches Vorstellungsvermögen, bis zu assoziativem Herleiten. Die Gedächtnisleistung wird gefördert und wenn der Trainer plötzlich „Ura“ verlangt, auch die spontane Reaktion auf sich ändernde Anforderungen und Bedingungen.
formalisierter Ablauf
Für gewöhnlich sind der Ablauf, die einzelnen die Techniken und deren Ausführung vorbestimmt. Das verschafft sowohl Trainer als auch Schüler die Möglichkeit, den Kenntnisstand auf einfache Weise zu prüfen. Je nach Ausbildungsstand werden einfache, oder schwierigere Kata mit zum Teil unterschiedlichem Fokus verlangt – mal gilt die Aufmerksamkeit der Atmung, mal geht es um Dynamik und manchmal um eine bestimmten Stand.
reicher Fundus an Bewegung und Information
Es gibt nicht genügend verlässliche Aufzeichnungen zu den Karate Kata, um mit Sicherheit sagen zu können, welche Bedeutung eine einzelne Technik hat. Daher muss viel interpretiert, versucht, zerlegt und auf Anwendbarkeit geprüft werden. Dies geschieht im so genannten Bunkai, hier werden mit dem Partner einzelne Sequenzen in der Anwendung geübt. Detaillierte Informationen sind hier zu finden: Karate Kata. Der Ursprung vieler „Ideen“ dürfte in den chinesischen Stilen liegen, als wichtiges Transfermedium wurde in den letzten Jahren das Bubishi angesehen, ein Buch über alte chinesische Kampfkünste. Daher macht es meiner Meinung nach Sinn, sich als Karateka auch intensiv mit chinesischen Faustkünsten zu beschäftigen, um tiefere, weitreichendere Kenntnisse zu erlangen, die sich nicht alleine von der Kata ableiten lassen.

Bedeutung der Kata

Zuweilen ist zu lesen, daß die Bedeutung der Kata in den letzten Jahren geringer geworden ist. Tatsächlich hat sich die Art zu trainieren augenscheinlich verändert. Glaubt man alten Aufzeichnungen, wurde in den alten Zeiten im Karate ausschließlich Kata geübt. Für mich ist das nicht vorstellbar, denn auch im alten Japan gab es schon eine ganze Menge Trainingsformen neben der Kata. Einige davon sind auch im Bubushi zu finden und heute z. B. als Hoju Undo bekannt. Auch das Makiwara hat im Karate eine lange Tradition und schließlich haben sich Karateka mit Sicherheit schon immer auf die eine oder andere Weise aneinander gemessen. Vielleicht war der Sensei nicht immer dabei und es galt unter Umständen als unkultiviert, miteinander zu kämpfen. Vielleicht war es gar nicht nötig, daß der Meister dem Training beigewohnt hat, vielleicht hat er ausschließlich über die Kata das Können und Verständnis geprüft und das prophane Training von Fähigkeiten dem Schüler selbst überlassen. Wie dem auch sei: Karate ohne Kata ist kein Karate. Die Bedeutung ist deswegen so hoch, weil die Kata den Schlüssel zum Karate enthält – das, was in der Kata geübt wird, ist im Kampf wieder zu finden.
An dieser Stelle möchte ich gerne folgendes Video empfehlen, welches die Anwendbarkeit der Kata unter Beweis stellt:


Das bedeutet nicht, daß nicht andere Trainingsformen ebenso gut geeignet wären, um effektive Techniken herauszuarbeiten, aber das Verhältnis zwischen Kata und Kampf war auch schon den alten Karatemeistern bewusst.
Karate Kata

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