MACH MIT!
Jan 312017
 

Kata üben beinhaltet z. B. in japanischen Kampfkünsten mehrere Phasen. Eine ist das Bunkai und daraus kommt man zum „Oyo“ – zur Anwendung. Auch in Deutschland gibt es z. B. Karate Trainer, die aus einer Kata eine Sequenz herauslösen, die Techniken auf Anwendbarkeit prüfen, scheinbar unnützes entfernen und dann im Partnertraining diese Sequenzen endlos üben lassen – eben in einer Art Sparring / Drilltraining mit Karate Techniken. Besonders bei den Okinawa Stilen werden hier „hervorragend effektive“ und für den Trainingspartner schmerzhafte Ergebnisse erzielt 😉 die sich auch im Kampf oder einer Selbstverteidigungssituation einsetzen lassen.

Ohne Anwendung ist Kata wenig(er) sinnvoll. Kata im Karate kennt zudem verschiedene Stufen, von der Anfängerkata bis z. B. zur Atemkata. In jeder Stufe liegt eine andere Motivation. Nicht jede Kata lässt sich in ihrer definierten Form direkt im Kampf einsetzen, weil das auch garnicht ihr Ziel ist. Anfängerkata z. B. trainieren Basisfähigkeiten und in vielen Fortgeschrittenen Kata sind nur wenige, im Kampf gut einsetzbare Sequenzen enthalten, die sich dann häufig wiederholen.

Auf die Anwendung übertragen muss situationsbedingt häufig etwas modifiziert werden, sonst funktioniert es nicht. Wichtig finde ich auch, daß im Bunkai oder Oyo nicht jede Karate Kata für jede Person, „Zielperson“ oder Situation geeignet ist. Ob, wann und gegen wen Teile einer Kata effektiv eingesetzt werden können, lässt sich nur im Ausprobieren, in der Anwendung erfahren.

Die Kata ist auch ein Hilfs-Werkzeug für das Training in der Gruppe. Wenn man einem Shotokan Karateka sagt „mach hier mal Age Zuki, wie in Empi“ oder einem Judoka „mach mal Tachiai Ryote-dori“ funktioniert die Kommunikation einfacher, da weiß (fast) jeder, was gemeint ist, weil man es vorher unendliche male geübt hat. Übrigens nimmt die Kata im Alter mehr Raum ein – ich schätze, mit 90 werde ich auch nicht mehr kämpfen, aber vielleicht noch Kata machen. Über Sinn oder Unsinn entscheidet meiner Meinung nur die Perspektive. Eine sinnvolle Kombination verschiedener Trainingsformen halte ich für am meisten geeignet, um einen guten Kämpfer auszubilden.

Meine Meinung: Ohne Kata kein Karate!

 

karate kata

 

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