gleichgewicht_karate

Was sind die koordinativen Anforderungen an den Karatesport in Bezug auf den Gleichgewichtssinn?

Im Karate gilt es, zahlreiche Aspekte bezüglich des Gleichgewichtes zu beachten und einige Hürden zu nehmen. Es folgen ein paar Beispiele.

Grundschule (Kihon)

  • die Stände im Karate sind für Anfänger ungewohnt  (Zenkutsu Dachi, Kokutsu Dachi, Kiba Dachi) und laden schon bei kleinen Fehlern zum Straucheln ein
  • die Haltung der Hüfte entscheidet maßgeblich über einen festen Stand
  • weite Ausfallschritte in unterschiedlichen Ständen erfordern eine Gewichtsverlagerung zum richtigen Zeitpunkt und auf richtiger Höhe
  • das Gehen in den Ständen ist eine Herausforderung
  • Fußtechniken wie Yoko Geri, Mawashi Geri, Ushiro Geri sind „Balancekiller“
  • Kombinations-Fußtechniken und gesprungene Techniken erfordern ein hohes Maß an Koordinationsfähigkeit

Kata (Form)

  • es werden weite Wendungen um die Körperachse durchgeführt, nach der Wendung muss man schulterbreit stehen, ist der Stand zu schmal, kippen Anfänger tatsächlich um
  • Seitwärtsbewegungen  in Kiba Dachi erfordern gute Körperbeherrschung (Tekki Kata)
  • der feste Stand auf nur einem Bein in unterschiedlicher Höhe unter Ausführung einer Hand- bzw. Einleitung einer Fußtechnik kommt in vielen Kata vor (Anfänger z.B. schon bei 2. Kata Heian Nidan)
  • tiefe Stände, z.T. auch knieend und aus einem Sprung heraus (z.B. Kata Empi, Gankaku, Heian Godan) erfordern viel Geschick
  • der Wechsel von hohen zu tiefen Ständen und umgekehrt verlangt einiges an Übung

Kumite (Freikampf, Randori)

  • der Stand muss stabil aber ausgeglichen locker sein, diese Balance muss man spüren
  • ist man nicht ausbalanciert, wird man statisch und kann sich nicht mehr fortbewegen
  • bewegt man sich falsch zum Gegner kann man bald nicht mehr sauber ausweichen und wird das Gleichgewicht verlieren
  • bei einer Fußtechnik müssen Oberkörper, Rumpf und Standbein kontrolliert werden, sonst wirkt die Kraft auf einen selbst und man kippt um
  • der Gegner kann und darf Fußfeger, Aushebeltechniken und z.T. auch Würfe ansetzen, steht man nicht gut oder kann man sich nicht aus so einem Angriff herausbewegen, wird man fallen / „gefällt“