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Feb 252012
 
 Shotokan Karate Kumite  25. Februar 2012  Karatebücher Tagged with: ,
Shotokan Karate Kumite

Das Buch gefällt mir schon nach dem Vorwort

Warum? Es trifft in allen Punkten meine persönliche Vorstellung bezüglich Shotokan Karate und seinen Prinzipien.

Der Satz „Gleichwohl kann es (Anm. das Buch) das intensive Training nicht ersetzen“ ist für mich Karate: Körpergefühl und Bewusstsein entstehen aus Bewegung.

Wer die Möglichkeit hat, sollte zumindest das Vorwort lesen, denn hier steht, was das Wesen des Trainingssystems ausmacht, warum man sich mit ständiger Wiederholung abmüht, nicht gleich aufs Ganze geht und wie man mit seinem Trainingspartner umzugehen hat!

Die Philosopie des Karate wird aufgegriffen und obwohl hier keine neuen Erkenntnisse vermittelt werden, erfolgt das in einer Art und Weise, daß auch der Anfänger versteht worum es geht.

Das Buch liest sich im Gesamten sehr angenehm. Keine Phrasen, keine unnötigen Wiederholungen und eine plastische (greif- und begreif-bare) Ausdrucksweise. Obwohl sie sehr gut sind, ermüden manche Bücher und fordern zur Lesepause auf, „Shotokan Karate Kumite“ ist da eher das leichte Sahnetörtchen: Macht Lust auf mehr.

Die „Geschichte des Karate“ lädt zwar teilweise zum „streiten“ ein, ist aber in Ordnung und es ist schön zu erfahren, wann, warum und durch wen welche Kumiteform entstanden ist.

Das Buch ist ordentlich, umfangreich und qualitativ hochwertig bebildert.

Das Verhältnis Bild zu Text ist optimal. Da es mit Grundlagen und Vorübungsformen beginnt, ist der Inhalt auch für Anfänger geeignet, er sollte nur nicht zu schnell die hinteren Kapitel angehen, der Schwerpunkt muss für Anfänger auf der Basis liegen.

Der Trainer erhält mit dem Buch einen sehr guten Leitfaden zu einer gelungenen Didaktik, die kein Element vergessen lässt.

Eine klare Struktur, die stets beibehalten wird, macht das Durcharbeiten einzelner Kapitel und Abschnitte leicht:

  • theoretische Erklärung
  • bebilderte Anleitung
  • dann ggf. Ergänzung

Kumite und Freikampf

Obwohl alle Aspekte einer korrekten Durchführung berücksichtigt und sehr gut dargestellt werden, wird deutlich: Komplexe Bewegungsabläufe in Wort und Bild zu erklären ist schwer. Besser habe ich es noch nicht gelesen, aber das Medium „bewegtes Bild“ hat es hier deutlich einfacher und eine praktische Anleitung im Training ist natürlich haushoch überlegen.

Es fehlen Darstellungen von Teilbewegungen im Bewegungsablauf, diese wären besonders für Anfänger hilfreich (z. B. Ausholbewegung, richtiges Vorgehen), wobei anzumerken ist: Kihon / Grundschule ist nicht der Fokus des Buches, ergänzt man entsprechendes Material, ist man bestens aufgestellt.

Die Darstellung zahlreicher Variationen zeigt auch dem erfahrenen Karateka neue Möglichkeiten auf.

Mit den „Übungen zum Freikampf“ wird der Grundstein für Bewegungsmuster gelegt und es wird klar, dass die Beherrschung der Grundformen nicht zum freien Kampf befähigt sondern nur das Fundament darstellt, um den freien Kampf erlernen und erarbeiten zu können.

Alle Aspekte werden im Detail, wenn erforderlich sogar an einer einzelnen Technik / Form (Abwehrverhalten mit der offenen Hand) berücksichtigt.

Wettkampfkumite

Was zählt im Wettkampf, wie punktet man, was ist verboten. Nach diesem Kapitel weiß man bescheid. Wettkampf- und Wertungssysteme und deren Auswirkung auf das Kampfverhalten werden verglichen.

Weitere ausführlich behandelte Punkte:

  • die richtige Haltung
  • wie man sich bewegt
  • Kontrolle, Timing, Distanz
  • Grundlagen und Übungen
  • Abwehr und Konter
  • Angriff
  • Finte
  • Kombinationen und Techniken (sehr cool)
  • mittlere und große Distanz
  • ergänzende Informnationen
  • Einsatz von Trainingsgeräten

Die „Techniken aus kurzer Distanz“ sind für Shotokan Karateka ein besonderes Schmankerl. Eher untypisch und im Training häufig vernachlässigt, sind sie für einen echten Kampf und realistische Selbstverteidigung elementar. Auch für die Aufarbeitung der Kata im Bunkai sind sie lesenswert.

Einzig „Taktik, Kampfgeist und Psychologie“ war mir zu schwach, auch wenn man mit diesem Thema ein eigenes Buch füllen kann, hier muss mehr rein. Ein Kampf wird schließlich nicht durch die bessere Technik gewonnen und wer die beherrscht, hat dann die wirklich schweren Aufgaben vor sich: Erkennen, intuitiv reagieren, Gegner und seine Techniken einschätzen, sich selbst besiegen, aus dem Käfig des bisher Erlernten ausbrechen.

Mein Fazit:

Das Buch gehört in den Trainingsraum, die Übungen wollen durchgeführt werden. Für Aufbau und Struktur gebe ich „10 von 10“ Punkten, schön ist auch das kleine Glossar am Ende des Buches, Details, die einfach Spaß machen.

Empfehlen würde ich das Buch frühestens ab 6. Kyu, in dieser Phase sollte man verstanden haben, dass man die
„Basis“ nicht vernachlässigen darf.

Meine Wünsche an eine zweite Auflage:

Auf den Bildern verhält sich der passive „Partner“ genau so: Viel zu passiv. Im Kampf bleibt keiner ohne Abwehr stehen, hier könnte man versuchen ein wenig mehr Agilität zu vermitteln.

„Taktik, Kampfgeist und Psychologie“ verlangt nach mehr, hier sollte nachgefasst werden.

Das Buch Shotokan Karate Kumite von
Joachim Grupp ist erschienen im Verlag:
Meyer & Meyer Sport
es ist im
Internet-Buchhandel ,
über die ISBN bei jedem Buchhändler oder direkt beim Verlag zu
bestellen.

Shotokan Karate – Kumite

ISBN-10: 3898995194
ISBN-13: 978-3898995191
Shotokan Karate Kumite

Shotokan Karate Kumite

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