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Mai 262012
 
fudo myoo
fudoshin kanji

Fudoshin

Puuh, ein unerträglicher Film auf Pro7; bei dem Satz „Du musst Fudoshin erreichen“ bin ich ausgestiegen – mmmmhh Fudoshin …..

  • unerschütterlicher Geist
  • Gelassenheit
  • die ethischen Grundwerte nicht preisgeben
  • felxibel  mit Bedingungen umgehen

Na zumindest ist das ein kleiner Einstieg in eine lohnenswerte Recherche.

Fudoshin – einen Konflikt ohne Kampf beenden

Das erinnert mich schwer an das Buch „Shaolin – Du musst nicht kämpfen um zu siegen„, vor allem die beiliegende CD vermittelt diesen Gedanken durch die ständige Wiederholung der Aufforderung „tun Sie zunächst einmal nichts“ – die „Nichthandlung“ im Vordergrund, also Konzentration auf Atmung, Gedanken, Überzeugung und Gesinnung, um Gelassenheit zu erreichen.

fudo myoo

Fudoo Myoo

Mit dem Fudoshin ist die Gottheit Fudō Myōō verbunden. Fudō Myōō gilt als ein Schützer der Lehre (oder König der Weisheit), wie soll man als Nicht-Buddhist eigentlich den Überblick bei all den Göttern behalten, aber immerhin ist das die zweite (bzw. dritte) mystische Figur, die mir durch das Karate unterkommt. Nach den Kongōrikishi, einem Paar Tempelwächter, von denen einer das Cover des Buches Karate-Do Kyohan von Gichin Funakoshi ziert, gefällt mir Fudō Myōō ganz besonders, könnte er doch einmal der Schutzpatron für diese Website werden – eben als Schützer der Lehre, hoffentlich bestraft er mich nicht ;).

Es sieht nicht nur auf den zweiten Blick so aus, als haben „beide“ Figuren nichts mit dem Karate zu tun, auch wenn die Darstellung des Kongōrikishi den Eindruck erweckt, als würde sie eine Karate Technik ausführen. Das (Shotokan) Karate ist durch seine Herkunft, Geschichte und orginären Repräsentanten aber maßgeblich durch Buddhismus und Shintoismus geprägt, kein Wunder, daß man immer wieder auf Hintergründe in der Religion stößt.

Sicher war die Kampfkunst nicht zuerst da, was besonders deutlich wird, wenn man sich einmal die Menge der religiösen Strömungen und daraus resultierenden Texte im Buddhismus ansieht, da wirken „Karate“ und die Dojokun ein wenig klein. Allein die mit dem Shunyata in Verbindung stehenden Sutren, in denen auch unser Fudō Myōō ( Spitzname Acala 😉 ) eine Rolle spielt, wirken bedrohlich umfangreich.

Warum ist das jetzt relevant? Ein zentrales Element im Buddhismus ist die Leere, ein Zustand den wir im Karate gerne erreichen würden. Ein anderer wichtiger Aspekt: Nicht „das Sein“, sondern „das Werden“ ist von zentraler Bedeutung – das ist der Weg, den wir mit Karate eingeschlagen haben.

Über diese überragenden Elemente wacht unter anderem Fudō Myōō, als einer von fünf „Wächtern“. Man wird also nicht umhinkommen, möchte man den Begriff der Leere verstehen und den Weg des Karate gehen, sich mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen.

Als Einstieg sollte man das Herz Sutra wählen, beschäftigt es sich doch zentral mit dem Begriff der Leere – eine Deutung zum Sutra, die einem Karateka angenehm sein sollte ist:

„Form ist Leere, Leere ist Form“

Ach, der Film, von dem möchte ich übrigens abraten, damit sollte man nicht seine Zeit verschwenden.

kongorikishi

Kongorikishi – Kamakura Ära. Kōfukuji Tempel – die wenigsten Darstellungen  ähneln dieser hier

 

 

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