MACH MIT!
Jan 152014
 
yamazuki

Wer eine Bewegung perfekt ausführen möchte, nähert sich der optimalen Form in Zyklen mit jeweils unterschiedlich großem Fortschritt – manchmal tritt man auch förmlich auf der Stelle und verbessert sich nicht – und wenn es ganz Dicke kommt, verliert man bereits erlangte Fähigkeiten wieder.

Aber woran erkennst Du eigentlich „gut“ und „schlecht“ oder „richtig“ und „falsch“ – und überhaupt – wie viele Variationen der Technik hast Du schon probiert, um eine Abgrenzung vornehmen zu können?

Einfache Variation

Wenn Du im Training gelernt hast, wie eine Technik „richtig“ ist, übe diese wie folgt (z. B. einen Choku Tsuki, gerader Fauststoß im aufrechten Stand):

  • Technik 5 mal „richtig“ ausführen
  • die gleiche Technik bewusst 5 mal „falsch“ ausführen
  • die gleiche Technik wieder 5 mal „richtig“ ausführen

Reflexion und Bewertung

Stelle Dir nun folgende Fragen:

  • Wie haben sich „richtig“ und „falsch“ angefühlt?
    • Hattest Du die Augen geöffnet?
    • Wie ändert sich wohl Deine Körperwahrnehmung, wenn Du die Augen schließt?
  • Wie war jeweils Deine Körperhaltung und Muskelspannung?
  • Welche Auswirkung hat eine falsche Ausführung auf andere Körperregionen?
  • Beobachte Deinen Körper von Außen und von „Innen“ (schau z.B. auf das Ellbogengelenk und versuche die Gelenkstellung zu erspüren.)

Wiederholung

Wiederhole den oben beschriebenen Zyklus noch einmal, versuche dabei nun Unterschiede zwischen „richtig“ und „falsch“ während der Ausführung, mit unterschiedlichen Sinnen bewusst wahrzunehmen.

Hörst Du, wie der Arm am Gi reibt? Spürst Du, wie der Ellbogen die Körperseite berührt? Kannst Du fühlen (ohne zu schauen, nicht schummeln!), ob Deine Technik in der Körpermitte endet?  

„Eingrenzung“

Arbeite Dich nun über ein „Mehr an Bewegungserfahrung“ langsam an die Grenzbereiche von „richtig“  und „falsch“. Arbeite nicht nur theoretisch, sondern probiere Deine Ideen auf jeden Fall aus!

  • Wie viele „falsche“ Versionen findest Du? (am besten kurz notieren)
  • Wo liegen Deine „biologischen “ Grenzen in der Bewegung?
    • Finde den maximalen „Bewegungsspielraum“ für eine Technik.
  • Welche direkten Faktoren können Deine Bewegung von „Innen“ oder „Außen“ verändern?
    • von Innen: Schmerz, Kraftlosigkeit ….
    • von Außen: ein Hindernis, ein Gegner, ein Widerstand ….
  • Welche indirekten Faktoren können Deine Bewegung von Innen oder Außen verändern? 
    • von Innen: gestörte Wahrnehmung optisch / akustisch / olfaktorisch 😉 ….
    • von Außen: schlechte Sicht, lautes Getöse, rutschiger Boden ….

Unterstützung

Im letzten Schritt nimmst Du einige der „falschen“ Versionen  und beschäftigst Dich mit folgenden Fragen.

Nehmen wir z. B. eine zu weit nach vorn gedrehte Schulter beim Choku Tsuki:

  • Mit welcher „sprachlichen Faustregel“ könntest Du diesen Fehler verhindern? z. B. „Faust vor – Schulter zurück“
  • Findest Du Hilfestellungen von „Innen“ oder von „Außen“?
    • z.B. von „Innen“
      • stelle Dir die richtige Technik vor
      • sage Dir selbst die richtige Zielregion an, z.B. „ich schlage in die Körpermitte, genau eine Armlänge von der Wirbelsäule entfernt“
      • versuche bewusst Deine Schulter nicht nach vorn  zu bewegen (das klingt jetzt nur einfach)
      • Wie sieht Deine Schulterpartie aus dem Augenwinkel aus, wenn die Schulter richtig steht?
    • von „Außen“
      • ziele auf einen Gegenstand und halte dabei die korrekte Distanz (vorher Maß nehmen)
      • führe nach dem Tsuki auch die zweite Hand nach Vorne ohne die Position des Oberkörpers zu verändern
        • Stehen beide Fäuste nebeneinander? Wenn nicht, korrigiere nach.
        • berühre die eine Faust mit der anderen

Mit diesem ersten „Rüstzeug“ nimmst Du Dir nun in den nächsten vier Wochen jede einzelne Technik Deiner Kata vor, arbeite jeweils alle Punkte von oben bis unten durch und versuche Deine Wahrnehmung für die Bewegung zu schärfen, ohne Kommandos oder Korrekturen von anderen Personen zu erhalten.

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Kata lernen, Tipp 1: Optimiere einzelne Techniken, 4.2 out of 5 based on 13 ratings